Biographie von Klaus Fuchs-Kittowski

1934      geboren am 31.12. in Berlin

1950-53     Lehre als Landmaschinenschlosser am VEB Bodenbearbeitungsgeräte in Leipzig, Geselle

1953-56     Studium an der Arbeiter- und Bauernfakultät der Karl-Marx-Universi­tät in Leipzig, Abitur

1956-61     Studium der Philosophie an der Karl-Marx-Universität, Dipl. phil.

1961-64     Aspirantur am Lehrstuhl für philosophische Fragen der Naturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin; Spezialausbildung in Biochemie, Regelungstechnik und Biokybernetik  

1964     Dr. phil. zum Thema „Das Problem des Determinismus – tech­nische Regelung und Regulationsgeschehen im lebenden Organismus”

1964-68      Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Datenverarbeitung am Rechenzentrum der Humboldt-Universität; Forschung und Lehre zu anwendungsorganisatorischen Grundlagen der Datenverarbeitung; Projekte zur Rationalisierung der Verwaltung in Organisationen

1969                    Habilitation in Philosophie über „Probleme des Determinismus und der Kybernetik in der molekularen Biologie”

1969-72     Dozent für philosophische Probleme der Kybernetik; Arbeiten zu wissenschaftstheoretischen und methodologischen Problemen der Naturwissenschaften und Technik, ethischen, wissenschaftspolitischen so- wie prognostischen Problemen der Biowissenschaften und Informatik

1972-92     Ordentlicher Professor für Informationsverarbeitung; Arbeiten zu Theorie und Methodologie der Gestaltung von Informationssystemen in Organisationen und zu Wechselbeziehungen zwischen Informatik und Gesellschaft; Projekte zur Automation von Informationsverarbeitungsprozessen im betrieblichen Umfeld, in wissenschaftlichen Einrichtungen, im Krankenhaus und im Gesundheitswesen

1969-92      im Wechsel Leiter des Bereichs Systemgestaltung und automatisierte Informationsverarbeitung und Direktor für Forschung an der Sektion Ökonomische Kybernetik und Operationsforschung (seit 1970 Sektion für Wissenschaftstheorie und -organisation)

seit 1992     Gastprofessuren und Lehraufträge an mehreren deutschen und österreichischen Hochschulen


Wissenschaftliche Zusammenarbeit

1962-91     kontinuierliches Engagement in wissenschaftlichen Gesellschaften der DDR;

ab 1971 als Vertreter der Sektion Biokybernetik im Vorstand der Gesellschaft für Biophysik (Mitglied mit Gründung 1962, später umbenannt in Gesellschaft für physikalische und mathematische Biologie der DDR);

etwa ab 1978 Leitung der Sektion philosophische/ wissenschaftstheoretische Probleme der Biologie;

1970-91 Mitverantwortung und aktive Teilnahme an den Kühlungsborner Kolloquien über philosophische und ethische Probleme der Biowissenschaften

1974-89     Zusammenarbeit mit dem International Institute of Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg bei Wien: Teilnahme an der Internationalen Forschung zur Modellierung im Gesundheitswesen; Mitarbeit bei der Gesundheitssystemforschung in der DDR

seit 1980     Mitglied der International Federation for Information Processing (IFIP); 1

980-92 offizieller Vertreter der DDR im Technical Committee 9, „Wechselbeziehungen zwischen Computer und Gesellschaft“;

1986-92 Leiter der Working Group 9.1, Computer and Work; aktive Beteiligung an der internationalen Diskussion zu den Wechselbeziehungen zwischen Informatik und Gesellschaft; daraus Konzepte für die Informationssystemgestaltung, auch gegen die offiziellen Richtlinien;

1988-90 Mitarbeit am IFIP-Reader „The Information Society: Evolving Landscapes”

1985-90      mit Gründung Mitglied der Gesellschaft für Informatik (GI) der DDR, ab 1987 stellv. Leiter der Sektion „Informatik und Gesellschaft“

seit 1990 Mitglied der Gesellschaft für Informatik (GI) und am Fachbereich 8, Informatik und Gesellschaft;

1990-1994 Mitarbeit am Arbeitskreis Theorie der Informatik, 1995-2000 Mitarbeit am Arbeitskreis Komplexität des Fachbereichs Informatik und Gesellschaft

seit 1991     Vorstandsmitglied, dann im Beirat des FIfF e.V.

seit 2001     Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kybernetik  

Veranstaltungen

Reihe „Organisation der Informationsverarbeitung“, Humboldt-Universität:
1972     OIV I Neue Wege zur Schaffung von EDV-Systemen
1975     OIV II Datenbanken für Problembearbeitung
1978     OIV III Probleme der Informatik in Medizin und Biologie
1983      OIV IV Information, Organisation und Informationstechnologie

1986     IFIP-Konferenz System Design for Human Development and Productivity: Participation and Beyond

1989     IFIP-Konferenz Information System, Work and Organization Design

Wissenschaftsorganisatorische Funktionen

1970-80     Mitglied des Präsidiums des Rates für Planung und Koordinierung der medizinischen Wissenschaft beim Ministerium für Gesundheitswesen

1975-86     Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates für Informationsverarbeitung/ASU beim Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen

1986-89     Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates für Informatik beim Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen

1976-85     Mitglied des Komitees für Angewandte Systemanalyse bei der Akademie der Wissenschaften der DDR
1985-89     Mitglied des Wissenschaftlichen Rates Für Angewandte Systemanalyse bei der Akademie der Wissenschaften der DDR

1986-90     Mitglied des Wissenschaftlichen Rates der Hauptforschungsrichtung Grundlagen und Anwendung verteilter Rechnersysteme

seit 1992     Berliner Landesvorsitzender des Verbandes Hochschule und Wissenschaft im Deutschen Beamtenbund

Projektmitarbeit

1964-68     Projekte zur Verwaltungsrationalisierung an der Humboldt-Universität, der Charité, der Berliner Wirtschaft und am Geologischen Dienst

1969-73     Leitungsinformationssystem des Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen

1971     Rahmenkonzeption für die Gestaltung eines automatisierten Leitungsinformationssystems in einem Führungsbereich

1969-75     Prognoseprojekt Optimierung menschlicher Lebensprozesse

1974-84     IIASA-Projekt Modeling of Health-Care-Systems


1980-89     Arbeiten im Rahmen des Zentralen Planes der gesellschaftswissenschaftlichen Forschung der DDR

1982-89     Forschungsprojekt „Beurteilung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung” des Institut für Sozialhygiene und Organisation des Gesundheitsschutzes
1990-97     Projekt Genese von Informationsstrukturen, Technische Universität Wien

Gastprofessuren, Forschungsreisen und Lehraufträge

1967     Als Mitglied der Universitätsdelegation der Humboldt-Universität Besuch der Universitäten und wissenschaftlicher Einrichtungen der Akademie der UdSSR in Leningrad, Vilnius und Moskau

1973-74     Studienaufenthalt am Institut für Wissenschaftsgeschichte der Akade-mie der Wissenschaften der UdSSR

1976     Gastprofessur an der Lomonossow-Universität in Moskau

1981-89     Gastvorträge an den Universitäten Bremen und Frankfurt, den Technischen Universitäten Berlin und Wien, den Universitäten Minnesota, Pennsylvania und Virginia, der Howards University, dem Massachussetts Institute of Technology, der Moore School of Engineering und der Neru Universität New Dehli;    

1981, 1982, 1988, 1989 Forschungsaufenthalte in den USA über den International Research Exchange Board (IREX) am National Institute for Health Services Research, an der Johns Hopkins University, an der Universität von Maryland und der Universität von Kalifornien in Berkeley

1994-98     Gastprofessuren am Fachbereich Informatik der Universität Hamburg im Sommersemester 1994, 1995 und 1998


seit 1995     Lehraufträge am Fachbereich Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

1997-98     Gastprofessur am Fachbereich Institut für Wirtschaftsinformatik der Johannes-Kepler-Universität Linz

Ehrungen

1971     Rudolf-Virchow-Preis für Forschungsleistungen in der Medizin
1972     Forschungspreis: Einschreibung in das Ehrenbuch der Humboldt-Universität
1993     Silver Core der International Federation for Information Processing

1994-95      Associated Member of the Department of Health Policy and Management an der Johns Hopkins University 1999     Aufnahme in die Leibniz-Sozietät e.V. Berlin